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ERASMUS Erfahrungsbericht

(Daniel)
Ich habe gerade meinen persönlichen Erfahrungsbericht von diesem Jahr für die Uni abgegeben. Da dacht ich mir, dass ich ihn auch ruhig hier posten kann. Kann ja nicht schaden. Viel Spaß damit!

Einleitung

Ich studiere seit 2004 an der Fachhochschule Hannover im Studiengang „Angewandte Informatik“ und entschied mich im 4. Semester dazu, ein Semester im Ausland zu studieren. Da ich schon einmal in Madrid war und diese Stadt mich total begeistert hat, fiel die Entscheidung relativ schnell zugunsten der Partnerhochschule Universidad Rey Juan Carlos (URJC). Im Laufe des 5. Semesters reifte in mir der Wunsch, meinen Aufenthalt dort zu verlängern. Kurzerhand habe ich ein weiteres Semester drangehängt um ein volles Jahr dort studieren zu können. In diesem 6. Semester habe ich parallel meine Abschlußarbeit geschrieben – und dabei habe ich dort nicht nur gelernt, sondern auch das Leben genossen. Hiermit will ich nur deutlich machen, dass man, “nur” weil man im letzten oder vorletzten Semester ist, nicht auf eine Studium im Ausland verzichten muss.

Madrid

Madrid bietet geradezu unendlich viel, sowohl für den Zwei-Wochen-Urlaub als auch für ein ganzes Jahr. Es gibt unzählige kulturelle Höhepunkte und Sehenswürdigkeiten. Mit dem weltberühmten Prado-Museum, dem Königspalast, der Puerta del Sol und dem legendären Fussballstadion Santiago Bernabéu seien an dieser Stelle nur einige genannt.
Was das Nachtleben angeht, so sagt man, dass es weltweit keine Stadt mit Madrid aufnehmen kann. Dies kann ich nach bisherigen Erfahrungen nur bestätigen: ca. 350 Diskotheken und über 18.000 Bars sollten bei keinem Langeweile aufkommen lassen. Um sich neben den ganzen Feierlichkeiten dennoch ein wenig fit zu halten, findet man Möglichkeiten für sämtliche sportlichen Aktivitäten vor. Es gibt viele kleine und große Parks zum joggen, Fussball- und Tennisplätze (leider sind die guten selten umsonst…) oder kleine Schwimmbäder…
Die Kosten für Lebensmittel unterscheiden socj nur unwesentlich von denen in Deutschland – Manche Dinge sind teurer, andere günstiger. Besonders schockierende Preise warten allerdings in den Diskotheken, da sind 9 € für ein Bier nichts unverschämtes. Man lernt als ERASMUS Student jedoch relativ schnell die Tricks, um günstig feiern zu können. Ebenso sind die Bars oft gut und günstig. In den meisten erhält man zu jedem Getränk die bekannten Tapas. Das sind keine Köstlichkeiten, wie zum Beispiel mal ein kleines Stück Pizza oder ein paar Kroketten, die umsonst zum getränk des Kunden gereicht werden.

Sprache

Ich persönlich hatte ein Jahr Spanisch in der Schule, zwei Jahre bevor ich nach Madrid gezogen bin. Am Anfang ist es schon schwer, da die Spanier zum einen sehr schnell reden und weil es immer noch ein riesiger Unterschied ist, ob man im Unterricht einen spanischen Satz vorliest oder aber einen Handyvertrag abschließen will. Allerdings gewöhnt man sich relativ schnell an die Sprache und der einfach Smalltalk geht schon bald von den Lippen. Man wird jedoch nicht drum herum kommen, auch während des Aufenthalts privat zu lernen. Es wird von der Uni ein ganzjähriger Sprachkurs angeboten, den ich wegen anderer Vorlesungen aber leider nicht besuchen konnte. Von daher kann ich diesen weder empfehlen noch davon abraten. Das meiste lernt man aber sowieso im täglichen Leben. Empfehlen kann ich zu Anfang des Semesters den zweiwöchigen Intensivkurs. Hier wird von Anfang an nur Spanisch gesprochen, dies gibt schonmal einen Vorgeschmack auf die kommenden Vorlesungen. Ausserdem kommt man hier schnell in Kontakt mit den anderen ERASMUS Studenten der Uni.
Weiterhin habe ich gute Erfahrungen mit Tandempartnern gemacht: Ihr sucht Euch einen Spanier oder eine Spanierin, der/die Deutsch (oder auch Englisch) lernen und üben will und trefft Euch regelmäßig, um Euch gegenseitig beim Lernen zu unterstützen. Der schöne Nebeneffekt ist, dass man so auch sehr leicht mit Spaniern in Kontakt kommt, was ansonsten gar nicht so leicht ist – Man wird schließlich zu erst als Tourist abgestempelt, und davon gibt es genügend in Madrid. Die meiste Zeit hat man zwangsläufig mit Austauschstudenten aus aller Herren Länder zu tun – was natürlich auch super ist. Um Tandempartner zu finden eignet sich die Webseite loquo.com ganz gut. Hier findet man auch sehr viele Wohnungsangebote, womit wir schon beim nächsten Punkt wären…

Wohnungssuche

Mit Sicherheit die erste große Hürde. Gerade wenn es mit der Sprache noch nicht so gut klappt, ist man froh, wenn man die Adresse und eine Uhrzeit mitbekommt. Bei der Wohnungsbesichtigung kann man sich dann immer noch mit Händen und Füßen verständigen. Mit Englisch kommt man gerade bei älteren Leuten nur sehr selten weiter, allerdings ist dies nur von Vorteil, da man so gezwungen wird Spanisch zu sprechen. Wie schon erwähnt, eignet sich loquo.com gut zur Wohnungssuche. Zudem kann ich die Seite segundamano.es empfehlen.
Entweder besorgt man sich schnell ein spanisches Handy oder aber nutzt die Telefonie über Internet (z.B. mit Skype). Es gibt auch Agenturen, die für eine kleine Provision eine Wohnung nach bestimmten Kriterien für Euch suchen. Allerdings habe ich hiermit keine Erfahrungen. Beachten sollte man bei der Wohnungsauswahl die Lage der Uni. Ich musste für eine Tour jeweils eine Stunde Fahrt auf mich nehmen, das nimmt einem doch etwas Motivation täglich dort zu erscheinen. Die Wohnungspreise sind innerhalb des Zentrums wesentlich höher als außerhalb, ein weiterer Vorteil der uninahen Wohnung. Im Zentrum muss man mit 300 bis 400 Euro Kaltmiete für ein WG Zimmer rechnen – Abhängig von dem Zustand, der Lage und der Laune des Vermieters. Grundsätzlich sollte man mindestens 5-10 Wohnungsbesichtigungen einplanen, bis man etwas Zufriedenstellendes findet. Bei der Zusammensetzung seiner Mitbewohner sollte man darauf achten, möglichst in eine spanisch-sprachige WG zu kommen – Im Idealfall wohnt man sogar mit einem oder mehreren Spaniern zusammen. Denn wenn Ihr in der WG nur englisch sprecht hilft es Euch nicht wirklich weiter, auch wenn es auf den ersten Blick einfacher erscheint.

Universidad Rey Juan Carlos

Die URJC ist auf vier große Standorte verteilt. Der Informatikbereich befindet sich in Móstoles, einem Vorort im Südwesten Madrids. Aus dem Zentrum sollte man wie gesagt eine gute Stunde einplanen, je nachdem wie günstig die Wohnung gelegen ist. Einige Bekannte von mir haben direkt in Móstoles gewohnt, was einen 10-minütigen Fussweg zur Uni mit sich bringt. Allerdings habe ich es persönlich vorgezogen, im Zentrum zu wohnen, wie die meisten der ERASMUS Studenten.
Der Campus in Móstoles ist großflächig angelegt, im Sommer ist es sehr angenehm, da man viel Rasenfläche hat, wo man sich in entspannter Atmosphäre zum Lernen hinsetzen kann. Jedoch kommt es einem im Winter eher viel zu weitläufig und verlassen vor, wenn die freien Flächen nicht “besiedelt” sind und ein kalter Wind über den Campus zieht.
Die Vorlesungen finden grundsätzlich auf Spanisch statt – Nur in einigen Vorlesungen gibt es ein englisches Skript. Viele Wörter kann man sich jedoch (gerade wenn man es geschrieben sieht) aus dem Englischen herleiten. Meines Erachtens hängt es jedoch, genau wie in Deutschland, stark vom Professor ab, wie gut man der Vorlesung folgen kann. Im Regelfall sind alle Leute an der Uni sehr nett und hilfsbereit, sowohl die Studenten als auch das Personal. Die Mensa fand ich persönlich eher unbefriedigend. Das Essen war relativ teuer und meist nicht besonders lecker. Aber das ist sicherlich Geschmackssache.

Besondere Erwähnung möchte ich dem ESN (Erasmus Student Network) der URJC zukommen lassen. Dies ist eine Vereinigung spanischer Studenten, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, den ausländischen Studenten zu helfen und ihnen die spanische Kultur näher zu bringen. Sie organisieren Reisen (z.B. Nach Sevilla, Valencia oder Granada), die einfach Höhepunkte des gesamten Jahres bilden. Auf diesen Reisen lernt man seine europäischen Studienkollegen erst so richtig kennen und richtige Freundschaften entstehen. Die Jungs und Mädels vom ESN helfen sogar bei der Wohnungssuche, schaut am besten einfach mal auf ihre Webseite. Ihr findet diese am Ende des Berichts.

“Papierkrieg”

Der einzig wirklich negative Punkt sind die ganzen Formalitäten, die das Studium als ERASMUS Student mit sich bringt. Sicherlich war dies bei mir durch die ungeplante Verlängerung des Aufenthalts noch einiges mehr als im Normalfall. Jedenfalls muss man sich alles mögliche von verschiedenen Leuten der Uni (oft auch noch an der Heimathochschule) unterschreiben und genehmigen lassen. Und am Ende steht man doch nicht in der Notenliste des Professors, der einem darauf hin die Note erst bei den Nachschreibeklausuren im September eintragen will – Was aber eigentlich ungünstig ist, wenn man im August sein Studium abschließen möchte. Oft erhält man selbst nach der dritten Email keine konkrete oder auch gar keine Antwort. Jedoch sollte man sich von diesen kleinen Unannehmlichkeiten nicht den Spaß oder die Vorfreude auf das Auslandsstudium nehmen lassen.

Fazit

Rückblickend wird einem bewusst, dass man so ein Jahr nie wieder erleben wird. Gerade zum Ende hin wird es sehr traurig: Wenn man realisiert, dass man einen Großteil seiner Freunde und Bekannten wahrscheinlich nie wieder sieht. Sicherlich bleibt man mit vielen in Kontakt, jedoch geht das nicht bei allen. Man lernt in einem Jahr wirklich so unglaublich viele tolle Menschen kennen.
Ich kann einen Auslandsaufenthalt nur jedem empfehlen, der die Möglichkeit dazu hat. Spätestens nach dem Studium bereut man, es nicht einfach getan zu haben. Speziell Madrid hat es mir persönlich sehr angetan und ich werde sicherlich das ein oder andere Mal zurückkehren, vielleicht auch wieder für einen längeren Zeitraum. Auch wenn es sicherlich nicht das Gleiche sein wird, da nur noch wenige der Leute da sein werden, die dieses Jahr zu etwas Besonderem und Unvergesslichem gemacht haben.

Nützliche Links

http://madrid.loquo.com
http://www.segundamano.es
http://www.esn-urjc.es
http://www.madridfuerdeutsche.com

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Wahre Worte…

erasmus_vida.jpg

Deutschunterricht für 2500 €

Hier in Spanien wird mit allen Tricks gearbeitet 🙂

Feria de la Tapa

(Daniel)
Gestern war ich mit Olaf und Cris auf der „Feria de la Tapa ’07“ im Palacio de Deportes. Das ist quasi eine Tapas-Messe, auf der 38 madrilenische Bars und Restaurants ihre besten Tapas präsentieren. Eintritt frei, Tapa und Bier je ein Euro. Kann man also nicht meckern 😉
Die Feria geht noch bis einschließlich Sonntag (3.6.) und ist täglich von 12h – 16:30h und 19h bis 23h geöffnet.

Hier gibt es ein paar Informationen (spanisch) und hier die Fotos von gestern. Zu beachten die nicht gerade kurze Schlange vorm Eingang

Berlin

(Daniel)
Das vergangene Wochenende war ich mit meinen beiden ehemaligen amerikanischen Mitbewohnerinnen in Berlin. Da ich noch nie in meiner eigenen Hauptstadt war und die beiden mal Deutschland besuchen wollten, ergab sich die Möglichkeit ein wenig den Dolmetscher zu spielen und nebenbei mal Berlin zu sehen 😉
Am Freitag und Samstag haben wir hauptsächlich das schöne Wetter genossen und uns in der Innenstadt und ihren Parks aufgehalten.
Am Sonntag waren wir erst im deutschen historischen Museum (sehr zu empfehlen, wenn man sich für deutsche und europäische Geschichte interessiert). Später waren wir dann mit Edgar (einem Freund aus Madrid, der mittlerweile wieder in Berlin wohnt) auf dem Baumblütenfest. Überall gab es verschiedensten hausgemachten Wein (ca. 4€ die Flasche) zu kaufen, was der Stimmung natürlich nur gut tat =) Da es der letzte Tag des Fests war, gab es zum Abschluss sogar noch ein Feuerwerk, was ich teilweise auch auf Video aufgenommen hab…
Am Montag haben wir dann eine Stadtführung mitgemacht und so die wichtigsten Bauwerke/Sehenwürdigkeiten „abgearbeitet“. Die letzten beiden Tage war das Wetter allerdings nicht mehr besonders schön 😦
Dafür scheint ja in Madrid wieder die Sonne!

Hier gibt es die Fotos vom Wochenende…

Viaje a Granada

(Daniel)
Das vergangene Wochenende stand mal wieder eine ESN-Reise an. Diesmal ging es nach Granada. Aus touristischer Sicht ist die Alhambra natürlich erwähnenswert. Insgesamt ist Granada eine typisch süd-spanische Stadt mit verwinkelten Gassen und weißen Häusern.
Wie bei jeder Erasmustour war auch in Granada wieder viel Party dabei, was das ganze Wochenende dann doch recht anstrengend machte =)
Hier gibt es die Fotos. Ausserdem habe ich noch zwei Videos gemacht…

Spanien vs. Dänemark

Gestern gab es das EM-Qualifakationsspiel Spanien gegen Dänemark (2:1) im Estadio Bernabeú. Bei bestem Wetter haben wir uns nachmittags unter die ganzen Dänen am Plaza Mayor gemischt um gemütlich ein paar Bier zu trinken. Irgendwie vermittelte die gute Stimmung und das Wetter ein klein wenig WM-Feeling 🙂 Hier gibt es ein paar Bilder…
Eintrittskarten hatten wir leider keine. Aber immerhin haben wir die zweite Halbzeit (Erst wurde natürlich Deutschland geguckt) in einer Kneipe beim Bernabeu geschaut und so ein wenig „Mittendrin-Gefühl“ bekommen…

Erstmals über 20 Grad!

Nur zur Info nach Deutschland (Ich hab da was von Schneeregen gehört?!):
Gestern gab es erstmals in diesem Jahr mehr als 20° in Madrid! Heute allerdings ist es leicht bewölkt und nicht ganz so warm…

Toledo

Gestern war ich mit Michela, einer italienischen Freundin, in Toledo. Toledo ist eine schöne mittelalterliche Stadt im Süden Madrids. Mit dem Bus benötigt man eine Stunde und zahlt 8,50€ für Hin- und Rückfahrt. Mit dem Wetter hatten wir ein wenig Glück: Es war zwar recht kühl, aber dafür trocken.
Hier findet ihr ein paar Fotos…

Segovia, Salamanca und Ávila

Hola a todos!
Wie angekündigt, ging es am Wochenende mit dem ESN nach Segovia, Salamanca und Ávila. Wie schon auf der letzten ESN Tour nach Sevilla, gab es wieder eine gute Mischung aus Party und Kultur. Und genau wie nach der Sevilla Reise benötigt man zwei Tage zur Erholung =)
Nachdem es am Freitag in aller Herrgottsfrühe losging, kamen wir relativ früh in Segovia an. Dort stand gegen Mittag erstmal eine Besichtigung des Alcázar von Segovia auf dem Zettel. Danach ging es in die Kathedrale und anschließend hatten wir den ganzen Nachmittag Zeit, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Besonders hervorzuheben ist wohl das riesige Aquädukt, das die Stadt durchzieht. Abends ging es dann weiter nach Salamanca. Dort wurde mehr oder weniger die Nacht zum Tag gemacht. Am Samstag stand dann wieder mal Sightseeing an: Die Kathedrale und die berühmte Universität Salamancas. Die Universität ist die älteste Spaniens und die drittälteste Europas. Besonders beliebt ist es unter den Touristen, einen steinernen Frosch an dem Haupteingang der Universität zu finden. Er sitzt auf einem Totenkopf und ist wirklich schwer auszumachen, da man ihn nichtmal wirklich als Frosch erkennt.
Abends war natürlich wieder Fete angesagt. Am nächsten Morgen musste man jedoch schon wieder um 12 Uhr am Abfahrtsort sein, was gar nicht mal so leicht fiel. Zwei Leute haben es angeblich nicht geschafft und mussten in Salamanca bleiben bzw. auf eigene Faust nach Hause fahren. Jedoch weiß ich nicht wer dies war, bzw scheine diese nicht zu kennen. Ziel war Ávila, was ziemlich genau zwischen Madrid und Salamanca liegt. Es gab wieder einmal eine Kathedrale zu sehen und eine besonders schicke Burgmauer, die den Stadtkern komplett umzieht. Abends war man dann allerdings doch wieder sehr froh, daheim in Madrid zu sein und mal ein paar Stunden ruhig schlafen zu können… Aber alles in allem wieder eine total gelungene Tour mit tonnenweise Spaß!

Hier nochmal alle Fotos:

Am Samstag veranstaltet Kerstin, eine deutsche Freundin, einen „Foto-Austausch“. Es kommen also wohl noch einige Fotos, gerade vom Samstag Abend, dazu.

Daniel

PS: Diesmal habe ich extra für Jörn ein paar mehr „Frauleins“ fotografiert =)