Soooo…

..jetzt bin ich auch mal dran mit Blog-schreiben 🙂 Da ich mich ja in letzter Zeit hier etwas rar gemacht habe, werde ich mir mal etwas Zeit nehmen um die ersten Eindrücke, die ich in der ersten Woche Exil gesammelt habe, unter die Leute zu bringen.

Nun sind wir also in Madrid, erstmal eine Großstadt, nicht anders als Berlin.. laut, groß und man versteht kein Wort vom dem, was auf der Strasse gesprochen wird. Die ersten Unterschiede, die mir ins Auge gefallen sind:
– (natürlich..) es ist seehr warm hier, was für mich Regen-Konditioniertes Nordkind schon einer Eingewöhnungsphase bedurfte
– Die Leute stellen sich in einer Reihe auf, wenn sie auf den Bus warten (bei den sonst eher chaotischen Madrilenern für mich immer wieder ein Naturschauspiel)
– Sehr viele Cervecerias, das sind kleine Bars, in denen man oft zum Bier Tapas (z.B. Oliven, Baguettes oder Salate) 4free serviert bekommt (..allerdings machmal auch für 13,40)
– Es gibt fast keine „ey guck mal, ich kann mit meinem handy musik abspielen“-Leute in der Metro (bisher erst eine Sichtung, bei sehr sehr vielen Bahnfahrten)
– Die Metro ist klimatisiert und es besteht für ausgewachsene Germanen dank der kleinen Türen und Haltestangen durchaus Beulengefahr, aber bis jetzt haben wir erst wenig kaputt gemacht 😛

Allgemein begenet man oft kleineren Räumlichkeiten, man sieht Daniel hier des öfteren gebückt durch Gänge in der Metro, Türrahmen oder Tiefgaragen gehen. Ich scheine zum Glück in den meisten Fällen noch innerhalb der zulässigen Höchstmaße zu liegen. Der Vorteil ist dabei natürlich, dass man in größeren Menschenansammlungen mit etwas Gulliver-Feeling bei den durchschnittlich eher kürzeren Mit-Madrilenern den Überblick behalten kann; wie die Spanier allerdings letzte Woche die Basketball-WM gewonnen haben, ist mir bis heute schleierhaft.

Die ersten Schritte in dieser doch wunderschönen Stadt wurden uns durch Susana und Nicole erleichtert, die uns auf sehr überraschende Weise am Flughafen empfangen haben. Noch mal ein dickes Dankeschön an euch beide, dafür dass ihr die Geduld hattet mit uns die ganzen Hostals abzuklappern. Als wir dann endlich eine schöne und erschwingliche Bleibe gefunden haben, konnte es auch schon an die Habitacions-Suche gehen. Wir haben uns über http://www.loquo.com informiert, eine Seite die zwar nur Volltext-Anzeigen enthält, aber aufgrund der vielen aktuellen Angebote das Mittel der Wahl ist (hier werden wir später, wenn wir mal Software-Großmeister sind vielleicht mal nebenbei etwas besseres hinbauen ;)) Die ersten Besichtigungen waren doch sehr ernüchternd. Von 100er WGs (mit 2 Studenten und ca. 98 Kakerlaken) bis zu WGs in denen man keinen (in Worten „KEINEN“) Besuch haben darf, war alles dabei. Als wir dann letzten Freitag vor einer Wohnung im schönen studentenreichen Argüelles saßen und ausser uns noch 4 andere Wohnungssuchende warteten, sahen wir uns vor unserem inneren Auge schon wieder im Internetcafé nach anderen Wohnungen suchen, aber dann kam es doch anders. 2 der mitwartenden Mädels (beide aus californien) waren nur dort, um den Vertrag für 2 andere Zimmer in der Wohnung zu unterschreiben, einer aus L.A. war sichtlich abschreckt von der Vorstellung mit 2 auch-Amis zusammenzuwohnen und ein 4ter verlies relativ kommentarlos die sehr schöne und geräumige Wohnung. Sie hatten sich anscheinend noch nicht so viele andere Wohnungen angeguckt; glück für uns. Da mir das angebotene Zimmer doch etwas zu dunkel war und ich noch auf eine andere Wohnung mit Dachterrasse gehofft hatte, haben wir uns dann entschieden, dass Daniel das Zimmer nimmt. Die Vermieterin, Carmen, eine Südamerikanerin (was später noch von Bedeutung sein sollte) war auch sehr angetan und so war der 1. von uns „unter der Haube“. Aus „der Dachterrasse“ ist dann aber leider doch nichts geworden (die Jungs haben wohl aus mir unverständlichen Gründen lieber das 90-60-90 Mädel genommen, das einen Besichtigungstermin vor uns hatte^^). Am nächsten Tag habe ich Carmen davon erzählt und sie sagte mir, dass sie noch eine andere Wohnung in der Nähe hätte, die ich mir allerdings mit 2 chicas teilen müsse. Selbstlos wie man ist, schaut man sich das doch gerne mal an.. und siehe da. Die Wohnung ist zwar etwas teurer, aber dafür gerade renoviert, komplett ausgestattet und hatt eine Terrasse. Die nette Dame, die uns die Wohnung gezeigt hatte, erzählte auch nur gutes und Carmen erwähnte schon, dass noch Einrichtungsgegenstände wie ein Sofa und eine Tisch für die Terrasse in die Wohnung kommen sollten. So sagte ich dann Carmen zu und wir trafen uns am nächsten Abend mit Übersetzungsunterschtützung seitens Susana in der Wohnung. Die nette Dame vom Vortag war als erstes da und Carmen traf ca. 15 Minuten später ein. So saßen wir nun in der Wohnung und Susana übersetzte mir den Vertrag. Dabei hat Susana Carmen viele Fragen gestellt, und die beiden unterhielten sich in einer Geschwindigkeit, die bei Daniel und mir nur offene Kinnladen hinterließ. Während des Gesprächs stellte sich dann herraus, dass die nette Dame von vorhin (um die 40) eine der Mitbewohner-„Chicas“ ist und das 3. Zimmer noch gar nicht vermietet ist. (Hier wohl der Unterschied zu Spanischem- und Südamerikanischem Spanisch. Susana erklärte uns, dass es dort nur darauf ankommt, ob man verheiratet ist.. man kann dort also folgerichtig noch mit 98 als Chica angesprochen werden…okayy). Da es mir aber schon wichtig war jemanden hier zu haben, mit dem man auch mal in die city gehen kann und spanisch zu lernen versprach mir Carmen noch, das 3. Zimmer mit jemandem in meinem Alter zu besetzen und ich habe die Wohnung genommen. ..naja, jetzt aber genug geschnaggt, hier ein paar Bilder.. was es bei der Wohnung mit „Altbau-Intercom“ und „Der Zombie von nebenan“ (dann hoffentlich mit Audiobeweisen) auf sich hat, erkläre ich dann beim nächsten mal 🙂

…ich könnte sicherlich noch 5 Seiten schreiben, über die tollen Abende die wir in der Innenstadt und in Parks verbracht haben, die wunderschönen Gebäude die Madrid zu bieten hat, die offenen und kontaktfreudigen Menschen, die dreisten Versuche Touris abzuzocken, die Chinesen-Mafia, die Leute die wir kennengelernt haben, alles was wir noch vorhaben und nicht zuletzt die schönen Mädchen Madrids.. aber selbst ich muss irgendwann mal schlafen und morgen stehen wieder Spanisch und „rrrr“-roll-Übungen auf dem Plan, also..

Buenos noches und viele Grüße in die Heimat

Jan

Advertisements

2 comments so far

  1. J. on

    -Ein Nachruf-
    Der längste Post jemals. Geschrieben von Jan „Bei mir hören die Sätze niemals auf!“ Koeppen. Was trieb diesen Mann dazu, seine Zeit und vor allen Dinge die seiner Mitmenschen auf eine so skrupellose Art und Weise zu verplämpern?
    Wie wir nun wissen besteht sein Machwerk aus 5 Absätzten. Wobei der erste größentechnisch ein Wonneproppen ist. Leicht zu lesen, einfach verständlich und mit Smilies versehen. Der fünfte allerdings öffnet die Pforten zur Hölle. Was drinsteht? Niemand weiß es, denn er wurde nie gelesen. Warum er so lang ist? Niemand weiß es, denn Keiner hatte Bock sich darüber Gedanken zu machen. Jedenfalls ist es gerade dieser 5te Absatz, der den Post…nein den Blog…nein das gesammte Internet geradewegs ins Verderben treibt. Ein Post sie zu binden, sie für immer zu knechten und in den Bluescreen zu treiben! Aber auch dieser trübe Tag an dem Jan „Sterbt Tasten sterbt!“ Koeppen diesen Eintrag postete, wird bald der Vergangen angehören und in die Analen der Schwachsinnigkeiten des Interwebs eingehen und langsam aber sicher in Vergessenheit geraten. Bis der Tag kommt an dem ein noch wirrer kleiner Mann, einen Post erstellen wird, der noch viel länger und noch größer sein wird als dieser.So groß, das er eine Beleidigung Gottes wird!
    -Ruhe in Frieden kleiner Post-

  2. Christian Koeppen on

    Das Lesen dieses Eintrags war sehr unterhaltsam und dabei auf eine sehr unverbindliche Weise auch informativ. Schade, daß in Folge die Texte immer kürzer geworden sind… Aber irgendwann wiederholen sich wahrscheinlich auch in der Fremde viele Dinge und man gewöhnt sich dran – und wer berichtet schon gerne vom Alltag?
    War also das Beste, was ich seit langem gelesen habe. Danke, Herr Koeppen.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: